Was passiert, wenn zwei Großstadtneurotiker aus den USA zwei romantische Tage in Paris verbringen wollen? Dieser Frage geht Julie Delpy in ihrem ersten eigenen Spielfilm 2 Tage Paris nach. Die singende Französin führt hier nicht nur Regie, sondern spielt auch noch die weibliche Hauptrolle: Die Fotografin Marion lebt mit ihrem Freund Jack (Adam Goldberg) in New York. Nach einer Italien-Reise wollen die beiden Mittdreißiger noch schnell einen Abstecher zu Marions Eltern machen. Die von Delpys realen Eltern gespielten Pariser erweisen sich allerdings als exzentrische Künstler-Hippies und bald muss Jack feststellen, dass das Prinzip „Freie Liebe“ auch bei der Erziehung seiner Freundin Spuren hinterlassen hat.
Julie Delpy kann noch viel mehr als Schauspielern und Regie führen
Um Julie Delpy ins Herz zu schließen, reicht schon eine einzige reale Begegnung mit ihr. So wie im Februar auf der Berlinale: Da stellte die 37-Jährige ihren neuen Film 2 Days in Paris vor, aber bei der Premiere im Zoopalast hakte die Tonspur. Und Delpy? Die sprang völlig allürenfrei auf, brüllte „Stop“ und stakste nach dem Film etwas unbeholfen auf ihren Pumps nach vorne, um sich „für die vielen Lacher“ zu bedanken. Das ist sie! dachte man sogleich - das ist der Traum einer romantischen Zufallsbegegnung aus Richard Linklaters Before Sunrise, aber auch die charmant verpeilte Französin Marion aus ihrem neuestem Werk. Es fällt leicht, die Person Julie Delpy mit ihren Filmrollen zu verwechseln. Vielleicht, weil sie auch aus Paris kommt und Musik macht wie in Before Sunset. Dabei hat der Lebenslauf der blonden Dame noch viel mehr große Namen zu bieten als Ethan Hawke.
Luckau ist eine Klinkerbau-Insel im Brandenburgischen Feld- und Wiesenmeer. Das Städtchen liegt eine Autostunde südlich von Berlin. Es gibt dort: eine Polsterei, viele Konditoreien und Napoleons kupferne Wärmflasche im Niederlausitzmuseum - nur Menschen sieht man hier kaum. Bürgermeister Harry Müller und die kleine Annika sind die einzigen Leute weit und breit, die an diesem Sonntagvormittag den Marktplatz überqueren. „Ich hole schnell den Schlüssel vom Knast aus dem Rathaus”, ruft Müller in die Stille. Keck gibt seine erst dreijährige Enkelin uns zur Begrüßung die Hand. „Hallo, ich bin Hannah”, sagt eine leicht kratzige Stimme. Und schon sind wir mitten in einer Geschichte über eine Schauspielerin, die an ihren Geburtsort zurückkehrt - zumindest, was ihre Kinokarriere angeht. Denn Vier Minuten ist Hannah Herzsprungs Leinwanddebüt.